Brandschutzbeauftragter: Aufgaben-Checkliste und Jahresbericht-Vorlage
Die 26 Aufgaben aus Kapitel 3 der DGUV Information 205-003 zum Ankreuzen, eine Vorlage für den Jahresbericht und eine Muster-Gliederung für die schriftliche Bestellung — drei Seiten, jede Angabe mit Fundstelle.
Welche Aufgaben ein Brandschutzbeauftragter übernimmt
Brandschutzbeauftragte beraten und unterstützen die Unternehmensleitung in allen Fragen des vorbeugenden, abwehrenden und organisatorischen Brandschutzes. Kapitel 3 der DGUV Information 205-003 „Aufgaben, Qualifikation, Ausbildung und Bestellung von Brandschutzbeauftragten“ (Ausgabe Dezember 2020) listet dafür 26 Aufgaben. Welche davon im Betrieb tatsächlich übertragen werden, legen Unternehmensleitung und Brandschutzbeauftragte/r gemeinsam fest — unter anderem mithilfe der Gefährdungsbeurteilung — und halten es im Bestellungsschreiben fest. Die Checkliste ordnet die Aufgaben in fünf Bereiche:
Organisation und Gefährdung (Nr. 1–5)
Brandschutzordnung erstellen und fortschreiben, an der Beurteilung der Brandgefährdung mitwirken, zu feuergefährlichen Arbeitsverfahren beraten
Maßnahmen und Konzept (Nr. 6–10, 22)
bei baulichen, technischen und organisatorischen Maßnahmen und bei der Umsetzung von Anforderungen der Behörde und des Feuerversicherers mitwirken, Ersatzmaßnahmen bei Ausfall von Brandschutztechnik mit festlegen
Pläne, Übungen, Begehungen (Nr. 11–14)
Flucht- und Rettungspläne aktuell halten, Evakuierungsübungen durchführen, interne Begehungen und Brandschauen, Mängel bis zur Beseitigung verfolgen
Unterweisung und Kontrolle (Nr. 15–21)
Führungskräfte bei Unterweisungen unterstützen, Brandschutzhelfer ausbilden, Kennzeichnung und Fluchtwege kontrollieren, Prüfung und Wartung organisieren
Kommunikation und Dokumentation (Nr. 23–26)
die Unternehmensleitung im Kontakt mit Feuerwehr, Behörden und Versicherer unterstützen, Stellungnahmen zu Investitionen, Notfallmanagement, Dokumentation bis zum Jahresbericht
Jahresbericht: was die DGUV I 205-003 vorsieht und was die Vorlage ergänzt
Nach Kapitel 1 der DGUV Information 205-003 fordert die Unternehmensleitung die Dokumentation der/des Brandschutzbeauftragten mindestens einmal jährlich ein. Der Jahresbericht soll mindestens den Bearbeitungsstand der übertragenen Aufgaben darlegen. Diesen Kern deckt Abschnitt 2 der Vorlage ab: je Aufgabe „erledigt“, „laufend“ oder „offen“ mit Bemerkung.
Die übrigen Abschnitte sind ein Gliederungsvorschlag, der sich an den Aufgaben aus Kapitel 3 orientiert: Änderungen im Zuständigkeitsbereich, Begehungen und Brandschauen, Mängel mit Maßnahme, Verantwortlichkeit, Termin und Status, Unterweisungen und Evakuierungsübungen, Prüfung und Wartung brandschutztechnischer Einrichtungen, die eigene Fortbildung und Empfehlungen für das nächste Jahr.
Zur Fortbildung nennt Kapitel 8 mindestens 16 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten innerhalb von drei Jahren; die Teilnahme ist zu dokumentieren. Für die Bestellung beschreibt Kapitel 2.1 die schriftliche Form mit Zuständigkeitsbereich, Aufgaben und Rahmenbedingungen wie Arbeitszeit, Informationen, Arbeitsmittel und Zutritt. Die Muster-Gliederung in Teil 3 folgt dem Musterbestellungsschreiben in Anhang 1.
Ob Ihr Betrieb einen Brandschutzbeauftragten bestellen muss, hängt von Landesrecht, Baugenehmigung, Brandschutzkonzept und Verträgen ab. Eine Einordnung nach Bundesland und Nutzung gibt der Brandschutzbeauftragter-Pflicht-Check.
Häufige Fragen
Muss jeder Brandschutzbeauftragte alle 26 Aufgaben übernehmen?
Nein. Die DGUV Information 205-003 sieht vor, dass Unternehmensleitung und Brandschutzbeauftragte/r die Aufgaben nach den betrieblichen Anforderungen gemeinsam festlegen (Kap. 3, Hinweis). Im Musterbestellungsschreiben werden sie angekreuzt, ergänzt oder gestrichen (Anhang 1).
Wie oft sieht die DGUV Information 205-003 einen Jahresbericht vor?
Die Unternehmensleitung fordert die Dokumentation mindestens einmal jährlich ein; der Bericht soll mindestens den Bearbeitungsstand der übertragenen Aufgaben darlegen (DGUV I 205-003 Kap. 1).
Wie viel Fortbildung braucht ein Brandschutzbeauftragter?
Mindestens 16 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten innerhalb von drei Jahren; der Abstand zwischen zwei Fortbildungen soll drei Jahre nicht überschreiten. Geschieht das nicht, ist die Ausbildung erneut zu durchlaufen (DGUV I 205-003 Kap. 8).
Ersetzt die Muster-Gliederung ein Bestellungsschreiben?
Nein. Sie zeigt, welche Punkte nach DGUV I 205-003 in die schriftliche Bestellung gehören. Den Wortlaut, die Beteiligung von Betriebs- oder Personalrat und besondere Anforderungen aus Genehmigung oder Landesrecht klären Sie im Betrieb; die Vorlage ist keine Rechtsberatung.
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